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... Schleppkähne
- zuerst Rückgrat der Flotte / dann Stiefkind ...
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nach Kriegsende 1945 ... Die meisten Schiffe der damaligen Zeit waren Schleppkähne,
diese befanden sich meistens in privatem Besitz. Jedoch ging das Bestreben
dahin, die Flotte in Volkseigentum zu überführen. 1946 Durch die Gründung der AGB wurde aber der Anteil der staatlichen Schiffe im Volkseigentum nicht wesentlich erhöht. Somit wurde der Druck auf die Privatschiffer weiter verstärkt, ihre Schiffe in VE-Besitz zu überführen. dazu wurde die AGB wieder aufgelöst und die DSU gegründet. 1947 Nunmehr waren die Privatschiffer verpflichtet, Transportaufträge mit der DSU abzuschließen. Jedoch dauerte es noch bis in die 60´er Jahre hinein, bis der Anteil der staatlichen Binnenschiffsflotte höher war als die der Privatschiffer. 1953 1957 Alle vorhandenen Schleppkähne egal
ob privat oder staatlich, werden nach einem neuen Reg.Nr. - Schlüssel
umregistriert - dabei ist nunmehr die Baulänge des Schiffes für
die 1. Ziffer in der neuen Registriernummer entscheidend !!! - die nachfolgenden
Ziffern bis 1000 bezeichnen Schiffe der volkseigenen Flotte - ab 1001
werden private Eigner der Schleppkähne registriert. |
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Auch bei dem neugegründeten VEB
Binnereederei Berlin war das Rückgrat der Flotte noch immer die Schleppschiffahrt.
Um diesen Grundstock an Schiffen zu modernisieren wurden die verbliebenen
Schleppkähne in 3 Kategorien eingeteilt und bewertet, um diese einer
Modernisierung zuzuführen :
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Fotos von Schiffen dieser Reko-Umbau - Serien werden
noch gesucht ! (wer kann helfen ?)
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ab 1958 ab 1964 |
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ab 1965 ... Mitte 1970 Die Privatschiffer zogen sich in Fahrgebiete in Nord-Brandenburg, der Havel und der Spree , sowie auf die Saale und den Küstenbereich zurück, wo sich große Schiffseinheiten der DBR nicht rechneten, da die Tonnagemengen je Fahrauftrag zu klein waren. |
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Schiffsverlauf
des Schleppkahn´s - "Harry" - der Familie Reuter
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Kiellegung und Stapellauf 1912 ... Die Schiffsmaße eines Finowmaßkahns
betragen cirka :
Länge: 40,20 m / Breite: 4,60 m / Tiefgang: 1,60 m / Tragfähigkeit: 200 Tonnen Dem damaligen Standard folgend, wurde das Schiff aus Eisen, versehen mit einem Holzboden erbaut und ohne Ladedeck als offener Schleppkahn ausgeliefert. Der Einsatz erfolgte vermutlich im Nordberliner Raum und vorwiegend auf den kleinen und mittleren Kanälen. Viele dieser Kanäle wurden später nach dem Krieg überhaupt nicht mehr Schiffahrtstechnisch befahren. Verkauf des Schiffes an Herrn Hermann Reuter 1931 ... Diese Kennungen werden am Bug des Schiffes
geführt und haben folgende Bedeutung:
250 Tonnen Schiff / Elbe Preußen / Eichschein-Nr.: H 2416 Magdeburg (vom 11.07.1922) |
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Am 22. August 1932 bekommt das Schiff
einen neuen Eichschein, ausgestellt vom Schiffseichamt in Berlin-Köpenick,
mit der Kennung: K.k.115 auf den Schiffsnamen "Harry".
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Am 26. Februar 1939 übernimmt
die nächste Generation der Familie Reuter, der Sohn Ernst Reuter
das Schiff.
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Der neue "Kapitän"
des Harry fährt mit seinem Schiff einer düstere Zeit - dem Zweiten
Weltkrieg - entgegen. Ihm gelingt es, ohne Kriegseinsätze oder Einsätzen
für die Reichskriegsmarine, den "Harry" über diese
Zeit unbeschädigt zu erhalten. Zwei Tage nach Kriegsende liegt das
Schiff am 10. Mai 1945 in Bergzow bei Parey, als sich eine Gruppe von
Soldaten der Roten Armee seinem Schiff nähern.
Nunmehr passiert auch dem Schiffseigener Ernst Reuter, was in jehnen Tagen so vielen weiteren Schiffseignern wiederfuhr - ein russischer Offizier betritt das Schiff - füllt eine Quittung aus, und requiriert somit, mittels eines Zettels das komplette Schiff. - Jedoch hat er sogar noch Glück im Unglück, darf er doch auf "seinem" Schiff - nunmehr zwar nur noch als Steuermann, aber immerhin auf dem Schiff verbleiben. Vielen anderen Schiffseignern war dies nicht vergönnt - diese mußten Ihr Schiff aufgeben. |
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Nunmehr fährt das Schiff im Auftrage
der Sowjetarmee und wird im Demokratischen Deutschland der Generaldirektion
Schiffahrt zugeordnet. Es erhält es die Reg.Nr. 4-1159 von der GDS-Berlin
zugeteilt.
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1946 wird das Schiff aus der "grünen
Flotte" der GDS herausgelöst und der "roten Flotte"
der Sowjetischen Staatlichen Oderschiffahrts-AG (SOAG) zugeordnet. Es
bekommt nunmehr die neue Reg.Nr: BK-A 516 der SOAG, da diese einen eigenen
Registrier-Nummern-Schlüssel unterhält.
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Die Bezeichnung "grüne Flotte" beziehungsweise "rote Flotte" begründet sich aus der Farbe des Schiffspasses, welches für jedes Schiff ausgestellt wird. Im Jahre 1949 mit der Gründung der DDR, wird auch die Deutsche Schiffahrts- und Umschlagszentrale (DSU) gegründet - dieser werden alle Schiffe der damaligen "grünen Flotte" eingegliedert. Die Schiffe der "roten Flotte" dagegen werden in die ebenfalls 1949 gegründete Deutsche Oder Schiffahrts AG (DOS) integriert. Somit auch der Schleppkahn "Harry" der nun unter der Schiffsnummer DOS 281 in neuer Farbgebung seinen Dienst versieht. Die Schiffe der DOS trugen sehr auffallend am Bug einen breiten roten Querstreifen und darauf ein weißes Dreieck, als Kennzeichnung der Reederei. |
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1952 wurde die DOS aufgelöst und alle Schiffe ebenfalls in die DSU eingegliedert, was dem Schleppkahn Harry wiederum eine neue Reg.Nr. einbrachte, jedoch ergab sich dabei eine Schwierigkeit, mittlerweile waren die Registriernummern teilweise in beiden Reedereien doppelt vorhanden, was eine nochmalige komplette Neuregistrierung der Schiffe zur Folge gehabt hätte - somit griff man bei den DOS-Schiffen auf die alten SOAG-Registriernummern (ohne Flottenbereichskennung) zurück. Somit bekam der "Harry" die Kennung A 516. Sicherlich hätte sich Ernst Reuter, niemals vorstellen könne, das "sein" Schiff einmal so viele Reedereien und Registrierungen haben würde. Und es sollte auch nicht die letzte sein, die das Schiff durchlebte. Noch einmal im Jahre 1952 nach der Auflösung der DOS - erhoffte sich Ernst Reuter "sein" Schiff als Eigner zurückzuerhalten - jedoch vergeblich - alle Mühen waren umsonst. 1957 wurde der letzte Schritt zur Umgestaltung in eine Staatsreederei vollzogen und der VEB Deutsche Binnenreederei in Berlin gegründet. Dabei wurden nunmehr erneut alle Schiffe auf ein vollig neues Registrier-Schlüssel-System umgestellt. Der Schleppkahn bekam nunmehr die Kennung DBR 2-088 A |
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Noch weitere 4 Jahre führt Ernst Reuter das Schiff als Schiffsführer, in Schleppzügen auf Flüssen und Kanälen in der DDR - bis er es am 26. August 1961 zum letzten mal in Magdeburg festmacht. Die Deutsche Binnenreederei hat nunmehr neue und leistungsstarke Motorschiffe, sodas schrittweise die Schleppkähne ausgemustert werden. An diesem Tag im August 1961 verlässt Ernst Reuter mit seiner Familie den Schleppkahn für immer. Auch wenn er das Schiff seines Vaters für so viele Jahre "nur führen durfte" - blieb es letztlich doch "sein Schiff" !! Anmerkungen zum weiteren Verbleib des Schiffes: ... nach längerer Zeit der Nutzung als Lagerschiff wurde der Schleppkahn zum WSA-Brandenburg verkauft und diente dort bis 1978 noch als Baukahn - letzlich dann am 20.10.1978 zur Verschrottung in Aken angeliefert und dort am 14.11.1978 vor Ort zerlegt und abgewrackt - die gewonnene Schrottmenge betrug 30,8 Tonnen. |
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© Uwe Giesler / Berlin im Mai 2011
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... heute noch exestierende
Schleppkähne findet ihr in der folgenden Fotogalerie ...
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