Schiffstyp
MGS 750 (nicht mehr realisiert)
 
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Typ MGS 750 (geplant)
     
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geplantes Motorgüterschiff

Die Schiffe sollten ab 1991 auf der Werft in Roßlau gebaut werden.
(geplant waren 19 Mehrzweckschiffe - inkl. 2 Ausbildungsschiffe)

PROJEKT TYP - MGS 750

Planungsvorbereitungen 1. Bauvariante

MGS 750 - erste Bauvariante

Mit den Planungen für das Projekt wurde das Konstruktionsbüro des VEB Elbewerft Boizenburg / Rosslau betraut. Dabei legte die Bauwerft einen ersten Entwurf zum Neubau vor, der auf den sehr guten Erfahrungswerten der Werften beim Bau von Mehrzweckschiffen (z.B. des Typ SKS 342 für den sowjetischen Markt) gewonnen wurde.

Da das neue Motorgüterschiff einen kombinierten Schütt-, Stückgut und Containertransport realisieren sollte, ergab sich eine kühne Idee, das Steuerhaus und den Wohnbereich im Bug anzuordnen und diese beiden Komponenten in einer völligen Spitzbugform mit aufgesetztem Ponton-Plattform oberhalb (gerades Heck und oberer Bugbereich) auszuführen ! - Somit entsprach die Grundkonstruktion einem Fahrgastschiffe z.B. bauähnlich dem des Typs "Dichterklasse" der Edgar Andre Werft Magdeburg, wobei statt der Fahrgastzelle eine Frachtsektion bei geänderter Bugform zur Verwendung kam. Desweiteren war im Achterbereich eine Aufnahmekonstruktion vorgesehen, welche bei Containerfahrten, die vorhandenen Lukenabdeckung aufnehmen sollte. (s. Bildvergrößerung)

Dies hatte den Vorteil, das die lichte Höhe des Schiffes voll ausgenutzt werden konnte, was sich besonders beim Containerverkehr bei Kanalfahrt sehr positiv auf die Sichtverhältnisse ausgewirkt hätte. Immerhin brauchte man so keinerlei Notwendigkeiten für eine hohe Ausfahrbarkeit eines achtern angeordneten Steuerhauses berücksichtigen um ständig allseitig gute Sicht zu haben.

Negativ dagegen ist das komplette Handling eines Buggesteuerten Schiffes, da u.a. der maschinentechnische Teil komplett in der Hecksektion untergebracht ist. Das bedeutet eine umfangreiche Instalation von Baumaßnahmen zur Sicherstellung und Durchleitung der Bedien- und Steuerelemente vom Bug bis in die Hecksektion und dies bei einem geplanten 3 Mann Betrieb !!

Die Hauptdaten dieser 1. Bauvariante sollten sein:

Länge über alles: 79,50 m / Länge über KWL: 78,00 m
(mit geradem pontonförmigem Bug und Heck)
Breite auf Spanten : 8,96 m / Breite über alles: 9,00 m
Seitenhöhe: 2,50 m / 2,70 m
Fixpunkthöhe : 3,90 m bei einem Tiefgang von 1,10 m
Tragfähigkeit max.: 750 t oder 40 Container
Maschinenanlage: Hauptmaschine Typ 8 VD 36/24-Au
Gesamtleistung: 330 bis 440 kW

Bugstrahlruder: mit 95 kW
Geschwindigkeit (beladen): ca. 10 km/h

Laderaumabdeckung : 8 Luken / Stahl - Rolldeck mit Verschiebbarkeit für den Containertransport

Letztlich konnte sich diese Bauvariante aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzen !!

Jedoch wurde diese Variante nie vollends aufgegeben - mehr dazu im letzten Teil diese Abschnittes unter - Neuauflage alter Planungen nach 1990 !!

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1987 - Planungsvorbereitungen 2. Bauvariante

1987 wurden somit Planungen für ein Schiff aufgenommen, welches wieder der klassischen Variante des Schiffstyps "Gustav Königs" entsprechen sollte.

Somit wurde der Steuerhausbereich wieder in den Heckbereich etabliert, wo sich auch sämtliche Wohn und Unterkünfte befinden sollten. Im Bugbereich wurde keine Wohneinheit mehr vorgesehen, da die Planungsvorgaben nunmehr einen 2 - Mann Betrieb vorsah !!

Der Bug wurde in einer völligen und das Heck in einer vollrunden Konstruktion vorgesehen, wie dies auch bei den bisher bekannten MGS der DDR Schiffstypen (außer Typ Rostock) gehandhabt wurde. Viele der bekannten Segmente des Typs Rostock sollten mit den gewonnenen Erfahrungen beim Bau ders Schiffstyp´s MGS 80 wiederverwendet werden. dazu zählten unter anderem die Schwingungsfrei gelagerte Wohneinheit und weitere Bauelemente.

Die Hauptdaten dieser 2. Bauvariante sollten sein::

Länge über alles: 80,00 m / Länge über KWL: 79,50 m
(mit völligem Bug und rundem Heck)
Breite auf Spanten : 8,16 m / Breite über alles: 8,20 m
Seitenhöhe: 2,40 m
Fixpunkthöhe : 3,90 m bei einem Tiefgang von 1,10 m
Tragfähigkeit max.: 825 t oder 44 Container bzw. 38 bei vorhandenem Lukendeck
Maschinenanlage: Hauptmaschine Typ 8 NVD 36/24-A-1U
Gesamtleistung: 330 kW

Bugstrahlruder: mit 95 kW
Geschwindigkeit (beladen): ca. 10 km/h

Laderaumabdeckung : 6 Luken / Stahl - Rolldeck mit Verschiebbarkeit
* für Containertransport sollte die Abnahme des gesamten Decks möglich sein *

Auch diese 2. Bauvariante entsprach nicht ganz den Vorstellungen des Auftraggebers und sollte daher nochmals überarbeitet werden !!

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1989 - Planungsvorbereitungen 3. und letzte Bauvariante

1989 entstanden nach nochmaliger Überarbeitung des Gesamtkonzeptes - in Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden und weiteren Beteiligten wie Auftraggeber und ausführende Bauwerft die letzte bekannte Bauvariante.

Dabei wurde die Schiffsform nochmals abgeändert und sah nunmehr eine Schubschulter im Bugbereich, sowie eine abgeflachte Rundheckausführung des Heckteils vor. Ebenso wurde die Steuerhausform und deren Zugänge verändert. Eine weitere Änderung betraf das Lukendeck, welches nunmehr eine Teilung in einer 12 fach Sektion vorsah. Dabei wurde die Teilung der Ineinander - Verschiebbarkeit der Sektionen neu angeordnet, was zu einer Gesamtöffnung von 50 % des Gesamtladeraumes führte.

Die Hauptdaten dieser 3. Bauvariante sollten sein::

Länge über alles: 79,99 m
Breite über alles: 8,19 m
Seitenhöhe: 2,40 m
Fixpunkthöhe : 3,95 m bei einem Tiefgang von 1,30 m
Tragfähigkeit max.: 800 t
Maschinenanlage: Hauptmaschine Typ 8 NVD 36/24-A1
Gesamtleistung: 450 PS

Bugstrahlruder: Typ Omega Jet mit 140 PS
Geschwindigkeit (beladen): ca. 15 km/h

Laderaumabdeckung : 12 Luken / Stahl - Rolldeck mit 50% Öffnung

Die Schiffe sollten nunmehr in dieser Bauausführung zur Indienststellung ab ca. 1992 ausgeliefert werden. Bekanntlich kam mit der Wende 1990 auch das "AUS" für diesen Bau, da niemand mehr Interesse an einer neuen Motorgüterschiffsreihe hatte.

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Infosymbol mehr Infos zum damaligen Entwicklungsstand / Auszug Betriebszeitung 24/89
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* Das endgültige Ende des MGS 750 - oder wie ein Phönix aus der Asche ?? *

Neuauflage alter Planungen nach 1990 in Rosslau

Studie und Modell des Flachgehenden Binnenschiffes

Nach 1990 wurde in Rosslau - im nunmehr neu strukturiertem Betrieb - weiterhin an der Idee eines flachgehenden Binnenschiffes für den kombinierten Fracht, Container und sogar Autotransport nachgedacht. Dabei wurden die schon einmal begonnen Planungen der 1. Bauvariante erneut überarbeitet und letztlich sogar zur Modellreife gebracht.

Die Hauptdaten dieser Neuaflage nach 1990 sollten sein::

Länge über alles in Bauvarianten von 80 m bis 110,00 m
Breite über alles: 11,45 m
Konstruktionstiefgang: 1,40 m
Tiefgang leer: 0,70 m / beladen je nach Bauvariante von 1,40 m bis 2,00 m
Tragfähigkeit max.: 950 - 1680 t je nach Abladung
Ladekapazität im Containerverkehr: bis zu 112 Stk 20 ft Container
oder ca. 200 PKW in mehreren Ebenen
Geschwindigkeit (beladen): ca. 13,5 km/h

Bisher gibt es nach jetztigem Erkenntnisstand jedoch keine Käufer für dieses innovative Binnenschiffs - System. Vielleicht werden wir in einigen Jahren, dieses Motorgüterschiff auf den Binnenwasserstrassen sehen können - den Erbauern wünschen wir dazu viel Erfolg !!

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