Passagierschiff / Typ
Baureihe - Seitenrad - Passagierschiff
 
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Passagier Seitenradmotorschiff
 
     
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Passagier - Seitenradmotorschiff

Technische Daten und Informationen:

Diese Fahrgastschiffe Typ "Oberelbe" wurden 1961 bis 1964 beim VEB Schiffswerft Roßlau gebaut.
(Gesamtstückzahl 4 Schiffe)
(Ernst Thälmann / Karl Marx / Friedrich Engels / Wilhelm Pieck)


Die Hauptdaten waren:

Länge über alles: 69,91 m
Breite: 7,80 m / über Radkasten: 13,50 m
Seitenhöhe: 2,40 m (bis Hauptdeck)
Gesamthöhe: 6,80 m
Tiefgang: 0,95 m

Antriebsanlage: => Diesel-Elektrisch mit seitlich unabhängigen drehenden Schaufelrädern
2 Hauptmaschinen vom Typ SKL 6 NVD 26 A mit je 270 PS
2 Elt. Fahrmotore vom Typ GMB 3854 S mit je 125 PS

( die Wilhelm Pieck wurde als einzige 1984 mit neuen Generatorsätzen bestückt - Typ: MFC 280 L 3 K 900 S mit 254 kW / 345 PS )

Reisegeschwindigkeit: 17 km/h
Zugelassene Personenzahl: 1050
max Besatzung: 9 x Schiffspersonal + 7 x Mitropa

Die Schiffe gehörten nach Indienststellung zur Weißen Flotte Dresden und waren nur auf der Oberelbe im Einsatz

Detailansichten auf dem Ernst Thälmann

Die Schiffe hatten die Registernummern P-245 bis P-248

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Die Schiffe hatten einen Dieselelektrischen Antrieb - dabei lieferten die Dieselaggregate den Strom die für die E-Motoren benötigt wurde. Die Radwelle, die, die Schaufelräder antreibt, ist unterbrochen so das beide Teile getrennt angetrieben wurden. Dies erleichterte den Manövriervorgang bei An- und Ablege Manövern erheblich.

Verwirrend sind oftmals die unterschiedlichen Angaben in der Literatur u.a. zu den Leistungsparametern, welche eigentlich in PS angegeben wurden, jedoch wird die Leistung bei diesen Schiffen elektrisch erbracht - somit also in Kilowatt (kW) angegeben !! - ab 1978 wurden auch in der DDR die Leistung der Motoren in kW statt in PS in den Leistungsdaten angegeben => in meiner Datenbank werden ausschließlich PS Angaben verwendet !!

Die Schiffe hatten 2 Decksalons, 1 Oberdeck-Tanzsalon, 2 Sonnendecks sowie eine Mokka-Bar und 1 Speisesaal. Dies alles zusammen mit der äußerst gefälligen Bauform, die wohl die schönte aller jemals gebauten Passagierschiffe darstellt, rechtfertigt die Bezeichnung als - "Luxusmotorschiff".

Wissenswertes zur Historie dieser Schiffsklasse :

Zur Historie der Entstehung wäre erwähnenswert, das es mehrere Bauvarianten bis zur endgültigen Findung der dann gefertigten Schiffe gab. Die grobe Orientierung der Schiffshülle lehnt sich an die Form der "Fritz Heckert" an, wobei auch das am Heck befindliche offene Oberdeck bauähnlich da vorhanden war.

Im Bereich der Seitengeländer war zwischen den Handläufen und den senkrechten Haltestangen z.Bsp. eine Segeluchbespannung zur Absturzsicherung geplant, die dem Schiff eine stark geschlossene Optik rund um das Schiff bescherte .. und wie eine kompakte Umbauungen aussah. Dies lockerte man dann auf und verwendete einzeln angeordnete Gittersegmente ~ auch die Anzahl der Bullaugen im Bugbereich des Schiffes änderte sich etwa um Ende der 70er Jahre ~ aus anfangs Steuerbords 4 wurden 5 / auf Backbord 3 wurden dann 4 ~ es kam also jeweils eins dazu. Die geplanten Masten, ein Hauptmast im Oberdeck und ein weiterer - kleinerer - im mittleren Hauptdeck wurden so nicht realisiert .. zur Anwendung kam letztlich nur ein Hauptmast der auf dem vorderen Hauptdeck plaziert wurde - der im Oberdeck wurde nie installiert.

Auch die Auswahl der geplanten Schiffsnamen war anfangs traditionell so ausgelegt, das man für diese neue Schiffsklasse eigentlich auch < Städte-Namen > vorsah ~ diese sollten jedoch dem Anspruch der modernen und luxoriösen Schiffe und in Tradition der Erbauung für die "Werktätigen der DDR" Rechnung tragen ..

geplant waren : "Karl Marx Stadt" / "Wilhelm Pieck Stadt Guben" und die "Berlin"

aber, bevor man sich für den 4. Schiffsnamen entscheiden konnte, verwarf man diese Planungen und entschied sich letztlich für die uns allen bekannten Namen von deutschen komunistischen Persönlichkeiten.

und warum nun "Ernst Thälmann" als 1. Schiff ? .. das hängt mit dem Baujahr 1961 zusammen, denn in diesem Jahr wäre er 75 Jahre alt geworden ~ somit nutzte man diesen Zeitpunkt zur Ehrung des ermordeten Kommunisten.

.. das traurige Ende :

Leider hat keines dieser großartigen Schiffe den Umbau und Abrisswahn der Wendezeit überlebt. Nur noch die Schiffskörper zweier Schiffe dienen heute als schwimmende Herbergen ~ man hatte wohl Angst, das man diese Schiffsklasse - nunmehr unter den Gegebenheiten der "freien Marktwirtschaft" - nicht wirtschaftlich beherrschen könnte. Immerhin hatten mehr als 1000 Personen darauf Platz und die Ostdeutschen wollten in den ersten Jahren nach der Wende natürlich die "Große Weite Welt" bereisen.

Als sich die Fahrgäste wieder auf Ihre "oberelbische Heimat" besannen, war es bereits zu spät. Um die jetzt wieder gestiegenen Kapazitäten zu erhöhen, entschied man sich letztlich in Dresden für die Ersatzbeschaffung von zwei "Glaskästen Made im Rheinland-Baustil" die nun völlig Natur und Umlandfremd - die Elbe befahren.

Von schönen Stromlinienförmigen Schiffsformen in der Tradition der Raddampfer und der hier beschriebenen Schiffsklasse vom Typ "Oberelbe" kann daher keine Rede sein - diese hypermodernen Schiffe wirken auf Fotografien und in Natura - wie Wolkenkratzer auf einem Dorfplatz !!

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